Kennengelernt haben wir uns 2000 in den USA. Wir waren beide Au-Pairs und meine Gastmutter war (und ist es natürlich immernoch) die Schwester von Sarahs Gastmutter. Unsere Familien wohnten in der gleichen Straße, nur etwa 15 Häuser von einander entfernt. So war es nur selbstverständlich dass wir viel Zeit miteinander verbracht haben, sowohl mit als auch ohne Kinder im Anhang. Wir waren vom ersten Moment an völlig von einander fasziniert und haben uns dann auch gleich verliebt und sind es bis heute geblieben. Mein Jahr als Au-Pair war früher vorbei als Sarahs und als dann auch ihres vorbei war, habe ich sie für 3 Wochen in Kanada besucht und anschließend kam Sarah dann zu mir nach Deutschland.

Am 8. November 2001 haben wir uns “verlebenspartnert”.

Seit November 2004 leben wir in Frankfurt. Dann folgte der Prozess einen Samenspender zu finden und schwanger zu werden. Im Oktober 2005 starten wir den ersten Versuch und im Februar 2006, beim 5. Versuch, war dann der Schwangerschaftstest endlich positiv.

Nicholas Leander wurde am 18. November 2006 geboren und ist seitdem unser kleiner Sonnenschein.

Wir haben unseren Samenspender, einen sehr netter Niederländer, im Internet in einem Kinderwunschforum kennengelernt. Die Inseminationen erfolgten ohne Hilfe von Ärzten oder Kliniken. Wir haben weiterhin Kontakt zu ihm und werden ihn auch mit Nicholas besuchen, denn wir möchten, dass Nicholas weiß, wer seine andere biologische Hälfte ist. Unserer Ansicht nach hat jeder ein Recht zu wissen, wo er herkommt und das wollten wir auch für unser Kind.

2007 haben wir Projekt Adoption in Angriff genommen, denn leider hat Sarah keinerlei Rechte an Nicholas, obwohl er genauso ihr Sohn ist. Mitte Januar hatten wir unseren ersten Termin beim Notar und dann ist das Abenteuer erst richtig los gegangen. Nachdem der Antrag dann an das Gericht weitergeleitet wurde, hatten wir am 11. Mai 2007 den ersten und einzigen Termin beim Jugendamt. Unsere Sachbearbeiterin war sehr nett und der Gesprächstermin glich eher einem netten Kaffeeklatsch. Der Bericht, den sie daraufhin verfasst hat, muss wohl sehr positiv gewesen sein, denn am 26. Mai bekamen wir schon das Schreiben vom Amtsgericht. Darin wurden wir zum persönlichen Vorstellen zu dritt am 14. Juni zum Amtsgericht eingeladen. Der Termin selbst war kurz, schmerzlos und völlig unspektakulär. Die Adoption war beschlossene Sache und am 20. Juni kam dann der Beschluss per Post, dass Nicholas nun von Sarah adoptiert wurde. Wenig später kam dann auch ein Schreiben vom Einwohnermeldeamt, dass Sarah vorstellig werden muss, damit Nicholas’ Geburtsurkunde geändert werden kann. Das ist mittlerweile auch alles passiert und ein paar Wochen später kamen auch schon die neuen Geburtsurkunden mit Sarahs und meinem Namen darauf per Post. Yipieh! Stiefkindadoption: Erledigt!

Dann ging mein Job den Bach runter, wir hatten die Schnauze voll von Frankfurt und haben alles auf den 1. Oktober 2007 gekündigt. Also haben wir uns folgerichtig wieder auf den Weg in Richtung Südbaden gemacht. Die Wohnung hatten wir schnell. Eine wunderbare Dreizimmerwohnung im Erdgeschoss mit Terrasse und einem Streifen Gras. Der Job kam dann auch noch vor dem 1. Oktober und zwar etwa zwei Wochen nach dem Umzug in unser neues Heim.

So leben wir nun zu dritt mit unseren zwei Katzen auf dem Land, ganz in der Nähe meiner Familie und freuen uns über unser beschauliches Leben, was aber irgendwie viel vollgepackter ist, als es das in Frankfurt war. Sarah ist seitdem wir hier sind Pfadfinderleiterin und sehr bei den Pfadfindern engagiert. Die Nähe zur Familie bringt natürlich auch gewisse Verpflichtungen, die wir gerne erfüllen, mit sich und somit ist unser Einsiedlerleben Geschichte.

23 Antworten to “Unsere Geschichte”

  1. familiewillim sagt:

    Ihr drei seid einfach nur zu bewundern :-) Schön das es euch gibt :-)

  2. Biene sagt:

    Bin eben über Eure Seite gestolpert und muss schon sagen…..die ist fabelhaft. Nun ist die Zeit zu kurz und der Text wäre zu lange um mein Anliegen zu erzählen, aber ich klicke Eure Seite ganz gewiss wieder an.
    Wir haben auch eine Kleine die ganz ähnlich geboren ist allerdings bereits vor fast 6 Jahren. Sie ist also nicht mehr ganz so klein. Hi hi.

    Glückwunsch zu Eurem Kind, denn der Kleine ist gewiss von ganz viel Liebe umgeben…..!

    Liebe Grüsse
    Biene

  3. Dani sagt:

    Hallo ihr Drei!!!
    Ich habe Eure Steiten schon ein paar mal durchgelesen, und finde Euch wunderbar.
    Bei uns steckt das ganze noch in den “Babyschuhen”.
    Das wird noch ein langer Weg für uns, auf dem man froh ist wenn man weiß, das es Paare gibt bei denen es genauso ist und es super geschafft haben.
    Man ist über jeden Tip froh.

    Libe Grüße Dani

  4. Suisse sagt:

    Wow, wunderbar, eure Geschichte! Ich wünsche euch weiterhin alles Gute!
    Ich hätte da mal noch eine Frage zur Stiefkindadoption: in der Schweiz ist diese leider noch nicht möglich. Weiss jemand, wie das ist, wenn nun zwei Schweizerinnen nach Deutschland ziehen würden? Wäre dann eine Stiefkindadoption ebenfalls möglich? Oder braucht man dazu die deutsche Staatsbürgerschaft?

  5. frankfurtbaerbel sagt:

    Ui, da bin ich ehrlich gesagt total überfragt. Ich gehe mal davon aus, dass das funktioniert, allerdings ist da dann vermutlich die Frage, wie lange man in Deutschland sein muss, um das möglich zu machen. Oder ob man sogar die deutsche Staatsbürgerschaft haben muss…

  6. Pat sagt:

    Zur Stiefkindadoption braucht man, wie Du bei den beiden oben liest keine deutsche Staatsbürgerschaft. Nur wäre bei Euch ja dann der Fall, dass alle Schweizerinnen sind und dann, hm? Also erst man müsstet ihr nach deutschen Recht verpartnert sein, geht das überhaupt, wenn beide Personen Ausländer sind? Also mit einfach umziehen, würde ich mal meinen, ist es da leider nicht getan. Ist die Verpartnerung so überhaupt möglich? Wie sieht denn der rechtliche Rahmen aktuell in der Schweiz aus? Deine Frage ist zu ungenau, als das das hier jemand klären könnte. Mehr kann ich im Moment auch nicht dazu beitragen. Sorry.

  7. Suisse sagt:

    Danke für eure Antworten!
    Ja, wir sind beide Schweizerinnen. Ich weiss auch nicht, wie das mit Ausländern und Verpartnerung ist.
    In der Schweiz ist es eben leider so, dass eine Stiefkindadoption nicht möglich ist, d.h. egal ob man verpartnert ist oder nicht, es hat nur die leibliche Mutter alle Rechte und Pflichten…

  8. Freya sagt:

    Guten Umzug und herzlich Willkommen in Südbaden!

  9. Ladies94 sagt:

    Hallo,

    mit Freuden haben wir von Euch gelesen - und mussten leider feststellen, dass ihr Euch gegen Frankfurt entschieden habt! Schade, wir sind neu hier und es wäre schön gewesen, jemanden mit Kindererfahren zu treffen… :-(

    Wir (zwei Frauen :-) möchten gerne Nachwuchs und würden uns freuen, von anderen zu hören, die sich gerade mit gleichen Themen beschäftigen od. die - wie ihr - bereits Nachwuchs haben! Ist da sonst noch jemand??

    Euch viel Erfolg in der neuen Stadt….

  10. Pat sagt:

    Schaut doch mal im Ilse Forum vorbei. Da findet sich bestimmt was. Es gibt eine Menge Paare, die sich gerade in derselben Situation befinden, wie Ihr.

  11. frankfurtbaerbel sagt:

    Hallo Ladies94,

    es gibt sogar ganz viele, die sich Nachwuchs wünschen. Schaut doch mal bei “Links und Blogs” rein, da gibt es ein paar hilfreiche Links.

  12. Yvonne sagt:

    Halli Hallo,

    ich schaue schon seit einiger Zeit ab und zu bei Euch vorbei (das Suchwort von Google sage ich lieber nicht, was mich zu Eurer Seite gebracht hat - is nix Schlimmes, aber eher weniger was für diese Tageszeit…). Heute muss ich einfach mal “Hallo” sagen. Unsere Geschichten sind in so vielen Punkten ähnlich, kaum zu glauben… Nur unsere kleine/große Rübe ist schon drei und sein biologischer Papa wohnt auch in HE. Wir sind auch aus der Frankfurter Gegend geflüchtet und in die schöne Wetterau “auf’s Dorf” gezogen (das sagt Euch als Ex-Frankfurter bestimmt was). Dein letzter Eintrag mit dem Küchenfenster hat mich heute dazu gebracht, kurz zu schreiben: ich finde es toll, wie Du über Dein/Euer Glück denkst, dass Du Dir dessen bewußt bist. Leider wird das heute zu oft vergessen bzw. andere Dinge werden zu wichtig (was man leider ganz besonders in Frankfurt spürt…). Ich wünsche Euch alles erdenklich Gute und millionen glückliche Stunden mit Eurem Zwerg!

  13. frankfurtbaerbel sagt:

    Die Wetterau ist wirklich ein schönes Fleckchen. Eine ehemalige Kollegin wohnt dort. Na dann herzlich Willkommen und viel Spaß beim Lesen.

  14. Sabine und Eveline sagt:

    Hallo ihr Drei,
    ich finde es ganz toll, daß ich gerade zufällig über Eure Seite gestolpert bin. Ich bin nämlich gerade selber schwanger und unser Sohn soll im Februar geboren werden. Jetzt haben wir uns schon mal auf dem Jugenamt wegen der Adoption erkundigt. Aber dort sagten sie uns, Eveline müsse ein Jahr warten, bis sie das Baby adoptieren darf. Aus Eurem Bericht habe ich aber herausgelesen, daß Ihr schon nach zwei Monaten die Adoption beantragt habt. Haben die uns Käse erzählt?
    Grüsse Sabine

  15. Pat sagt:

    Nein, haben sie nicht, da die Regelungen leider nicht bundeseinheitlich sind. Wenn mich nicht alles täuscht, gibt es Regionen oder Städte in denen frau ganze zwei Jahre lang warten muss. Warum das so ist, darüber könnte ich jetzt auch einen Roman schreiben, das lasse ich aber lieber.
    Es sei nur soviel gesagt, dass es an der Stiefkindadoption im eigentlichen Sinne liegt. Die ist für uns eben nicht geeignet, in keinerlei Hinsicht.

  16. freiburgbaerbel sagt:

    Da weiß Pat mal wieder mehr als ich. Ich weiß nur, dass es bei uns hieß, wir müssten 6 Wochen nach Geburt warten bis wir mit dem Prozess anfangen können. Wobei es mich nach wie vor nervt, dass wir unsere eigenen Kinder adoptieren müssen. Aber was soll’s, besser als nichts!

  17. Pat sagt:

    Ich hab’s, es war Köln, wo zwei Jahre lang gewartet werden muss.

  18. anitz sagt:

    Wie kommt Sarah damit zurecht, in Deutschland zu leben? (Frage ich von eine in Deutschland lebende Kanadierin zum anderen… ;)

  19. Bärbel sagt:

    Aus meiner Sicht mittlerweile ganz gut. Ich werde die Frage aber mal an sie weiterleiten.

  20. Kathrin sagt:

    Hallo Ihr Glücklichen,
    mit einem zufriedenen Lächeln habe ich diese Seiten überflogen, es ist schön zu lesen, dass Träume woanders wahr werden!
    Bei mir wird es wohl immer ein Traum bleiben, wir haben zwar jede 2 Kinder (12+8 und 11+7, leben aber beide in heterosexuellen Partnerschaften, in denen wir unzufrieden sind, aber den Mut nicht haben, das Experiment einer gemeinsamen Familie zu wagen. Wir sehen uns nur heimlich, , alles ist ziemlich verfahren und traurig, aber wir sind einfach zu feige, auch, weil wir nicht einschätzen können, wie die Kinder damit umgehen würden.
    Naja, ich finde es super, dass es bei Euch anders ist und wünsche Euch ganz viel Sonne im Herzen, ganz viel Zeit und Liebe füreinander, hin und wieder etwas Glück und jeden Tag einen Grund zu lächeln!

  21. Bärbel sagt:

    Liebe Kathrin,

    danke für die guten Wünsche. Ich wünsche euch, dass eure Geschichte ein Happy End hat. Es ist nie so schlimm wie es aussieht und manchmal ist ein Neuanfang eine lohnenswerte Alternative. Macht das Beste draus!

  22. schokojule sagt:

    @Kathrin

    Ich habe durch Zufall ein Forum entdeckt wo sich viele in Eurer Situation austauschen. Vielleicht macht Dir das Mut den Schritt zu wagen!

    Klick_hier!

    Viel Glück!

  23. Kathrin sagt:

    Ich bin gerade nicht gut drauf, deshalb nur kurz - DANKE!!!

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