Da sind wir also wieder. Wir hatten einen wirklich schönen Aufenthalt in Maastricht. Die Stadt ist einfach nur schön, wir gehen immer wieder gerne hin und diesmal war es noch viel besser, weil der ganze schwanger werden Stress weg war. Wir sind Dienstag Nachmittag angekommen, haben im Hotel eingecheckt und sind dann bis um 18:00 Uhr in der Innenstadt einkaufen gewesen. Blöderweise waren Sarah und Nick krank und Nick hat eigentlich den ganzen Tag komplett verschlafen. Die Nacht war dann entsprechend unruhig, allerdings habe ich mehr Schlaf bekommen als jemals zuvor in diesem Hotel, denn die haben endlich neue Betten. Juhu! Nicholas ist fast jede Stunde aufgewacht und wollte essen, was nicht verwunderlich ist mit Fieber und Durchfall. Deshalb hatten wir ihn auch bei uns im Bett und das hat mir wieder gezeigt, wieso er zuhause in seinem eigenen Bett schläft. Ich habe keinen Bedarf, die ganze Nacht getreten zu werden. Trotz allem war die Nacht doch ziemlich entspannend, wir waren am nächsten Tag wesentlich fitter und Sarah hat sich auch schon wieder besser angehört. Dann kam um 10:30 Uhr unser Spender vorbei. Zugegebenermaßen war ich vorher doch ein bißchen nervös. Wieso genau kann ich eigentlich nicht wirklich sagen, ich nehme mal an, das war, weil wir uns so lange nicht mehr gesehen hatten und wir diesmal da waren, um die Früchte unserer gemeinsamen Bemühungen vorzustellen. Die Nervosität war aber schon wieder weg, bevor er überhaupt zur Tür rein kam. Ich hatte aber das Gefühl, dass er sehr froh darüber war, Nicholas endlich mal in Natura zu sehen und nicht nur auf Bildern. Den Rest des Tages bzw. des Mittags haben wir bei ihm und seiner Mutter zuhause verbracht. Seine Mama ist eine ganz liebe Frau, die es sich nicht hat nehmen lassen, uns mit Tee und Törtchen und leckeren Sandwiches zu versorgen. Und als unser Spender dann den Atlas geholt hat, um uns die Provinzen der Niederlande zu zeigen, hätte es besser garnicht sein können. Dazu muss man wissen, dass Sarah eine sehr innige Beziehung zu Stadtplänen, Landkarten und Atlanten hat. Deshalb weiß sie auch wo sie in einer fremden Stadt hin muss und ich verirre mich grundsätzlich immer.

Auf jeden Fall war es sehr schön, ihn wieder zu sehen und seine Mutter kennenzulernen. Es war mal was ganz anderes sich mit ihm unterhalten zu können, ohne dass er anschließend im Badezimmer verschwindet oder unter Zeitdruck steht. Ich denke, es ist auch wichtig für Nick, dass wir weiterhin in Kontakt bleiben und sein biologischer Vater kein Fremder für ihn ist. Das wir für ihn hoffentlich einiges leichter machen. Und wir können uns mehr als glücklich schätzen, dass wir ihn gefunden haben. Hoffentlich hat Nick etwas von seiner Persönlichkeit geerbt, das wäre echt klasse.
Meine Oma war auch super. Sie hat gestern angerufen, um mir zum Geburtstag zu gratulieren und als die Sprache auf unseren Spender kam, meinte sie: aber der ist ja hoffentlich nicht blöd? Ich musste so lachen. Das ist typisch meine Oma. Andere Leute hätten vielleicht zuerst gefragt, wie sieht er denn aus oder was macht er denn beruflich. Und sie besorgt, dass er dumm sein könnte. Aber da konnte ich sie beruhigen. Er ist alles andere als dumm. Keine Ahnung wie sie auf sowas kommt, vorallem weil sie ja auch Nick kennt und feststellen konnte, dass er sehr neugierig und interessiert an seiner Umwelt ist und alles andere als dumm. Naja, so ist sie halt meine Oma…
Was ein bißchen schade war, ist dass Nick ziemlich viel geweint hat, als wir bei seiner niederländischen Verwandtschaft waren. Wenn er nicht gerade krank ist oder Bauchkrämpfe hat, ist er so ein liebes Baby, total happy und super gesprächig. Ich hoffe doch, dass das beim nächsten Besuch besser wird. Da wird er dann auch schon ein bißchen älter sein und hoffentlich nicht krank.