Heute Morgen hatten wir also unseren Termin bei der Notarin, die auch noch Rechtsanwältin ist. Sie ist etwas älter und hat einen sehr korrekten Eindruck gemacht und sie hat bereits Erfahrung mit Stiefkindadoptionen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Sie hat uns nach unserer Geschichte und nach dem Verhältnis zu unseren Eltern und Geschwistern gefragt, denn das braucht sie, um uns dem Richter etwas näher zu bringen. Es gibt wohl zwei Richter, die über die Adoption entscheiden, wobei einer etwas lockerer ist als der anderer (oder war es die andere?). Und natürlich haben wir eine Liste bekommen mit Unterlagen, die dem Gericht vorliegen müssen. Das wären:

- Geburtsurkunde der Annehmenden (und beglaubigte Übersetzung)
- Geburtsurkunde der Kindesmutter
- Geburtsurkunde des Kindesvater
- Beglaubigte Fotokopie der Geburtsurkunde des Kindes
- Beglaubigte Fotokopie der Lebenspartnerschaftsurkunde
- Staatsangehörigkeitsnachweis der Annehmenden
- Bescheinigung über Wohnsitz oder Auftenthalt der Annehmenden
- Gesundheitszeugnis der Annehmenden
- Ärztliches Gesundheitszeugnis des anzunehmenden Kindes
- Einkommensnachweis der Annehmenden
- Führungszeugnis der Annehmenden

Okay, Geburtsurkunde des Kindesvater haben wir nicht, werden wir auch nicht besorgen. Dann meinte sie, ein Samenspendervertrag (von der Klinik) wäre auch okay. Haben wir auch nicht. Was genau wir machen, muss sie sich erst noch überlegen, da unser Samenspender nicht deutsch ist und deshalb auch nicht unter das deutsche Recht fällt. Ich bin ja mal gespannt, was sie sich einfallen lässt.

Einkommensnachweis der Annehmenden trifft bei uns auch nicht zu, da ja ich arbeiten gehen werde und nicht Sarah. Also dann ein Einkommensnachweis von mir.

Wozu genau ein ärztliches Gesundheitszeugnis von Nick gut sein soll verstehe ich zwar nicht, aber was solls. Da werden wir am Donnerstag bei der U4 gleich mal den Kinderarzt danach fragen.

Wir werden also in nächster Zeit viel Spaß haben, die verschiedenen Unterlagen zu besorgen. Die Kosten werden sich übrigens in Grenzen halten. Die Notarskosten belaufen sich auf etwa 300 Euro und ob überhaupt Gerichtskosten bezahlt werden müssen, wusste sie nicht so genau, sie glaubt aber nicht. Was natürlich kostet sind diese ärztlichen Attests und beglaubigtes Dies und beglaubigtes Jenes. Da wir allerdings mit einem wesentlich höherem Geldaufwand gerechnet hatten, war das durchaus eine angenehme Überraschung. Ach ja, die Dauer des Ganzen hat die Notarin auf etwa 9 Monate geschätzt, wenn alles glatt läuft.

Soviel zur Adoption… Gestern war meine Kollegin bei uns, um Nick zu knuddeln. Es war echt schön, mal wieder mit ihr plaudern zu können und ich habe gemerkt, dass ich sie wirklich sehr vermissen werde, ganz gleich ob die neue Kollegin nun nett ist oder nicht. Ihr neuer Job hört sich auch echt gut an und ich hoffe und wünsche ihr, dass es das ist, was sie sich gewünscht hat. Ich bin ja mal gespannt, wie das dann laufen wird, wenn ich wieder ins Büro komme. Aber bleibt mir wohl nur eines übrig: Abwarten und Tee trinken.